Die kürzeste der zehn Strecken
24,4 Kilometer sind für einen Umzug fast nichts. Wer morgens um acht in Moers anfängt, hat die erste Fuhre gegen elf in Oberhausen stehen, und das ohne Hetze. Die A42 nimmt den Verkehr östlich von Moers auf und gibt ihn in Oberhausen wieder ab; dazwischen liegen der Rhein und ein Stück Landschaft, das vom Fahrersitz aus in 21 Minuten vorbeigezogen ist.
Weil die Fahrt so kurz ist, fällt sie in der Rechnung kaum auf. Ins Geld gehen die Treppen an beiden Adressen und der Weg vom Hauseingang bis dorthin, wo der Wagen steht. Genau danach fragen wir, bevor eine Stundenzahl genannt wird: Geschoss, Treppenbreite, und ob vor dem Haus eine Fläche frei bleibt.
Einen Haken hat die Nähe trotzdem. Oberhausen liegt rechts des Rheins, Moers links, und wer zur falschen Tageszeit startet, steht an der Brücke. Dann sind aus 21 Minuten schnell vierzig geworden. Deshalb setzen wir die Beladung früh an und sind vor der Mittagsspitze auf der anderen Flussseite.
Zwei Fuhren statt eines großen Wagens
Bei kurzer Strecke dreht sich die übliche Logik. Sonst nimmt man den größten Wagen, der in die Straße passt, damit alles in eine Fuhre geht. Auf 24,4 Kilometern ist der zweite Weg aber so billig, dass er den kleineren Wagen rettet: Hin und zurück kosten zweimal 21 Minuten, und in dieser Zeit wird kein einziges Möbelstück bewegt.
Rechnen wir eine Dreizimmerwohnung mit rund vierzig Kubikmetern durch. Variante eins packt alles in eine Fuhre: Kofferwagen samt zwei Helfern, ab 69 € je Stunde, dazu eine dritte Kraft, ab 23 € je Stunde, weil einundzwanzig Kubikmeter sonst nicht an einem Vormittag im Wagen stehen. Das sind 92 Euro in der Stunde, über fünf Stunden also 460 Euro.
Variante zwei fährt zweimal: Transporter mit zwölf Kubikmetern samt Fahrer, ab 41 € je Stunde, dazu eine zweite Kraft, ab 23 € je Stunde. Das sind 64 Euro in der Stunde. Mit dem zusätzlichen Weg über die A42 stehen sechseinhalb Stunden auf der Uhr, zusammen 416 Euro. Die 44 Euro Unterschied sind kein Vermögen, aber sie gehen in die richtige Richtung, und der kleine Wagen kommt in jede Siedlungsstraße.
Wann der zweite Weg die bessere Wahl ist
- Die Zieladresse liegt in einer Straße, in der ein Siebenmeterwagen nicht rangiert
- Der Hausstand liegt zwischen fünfundzwanzig und vierzig Kubikmetern
- An einer der beiden Adressen bleibt vor dem Haus nur eine kurze Fläche frei
- Am Ziel ist jemand, der aufschließt, damit der Wagen zügig leer wird
Sterkrade, Osterfeld und das Gelände der alten Hütte
Oberhausen hat nicht eine Mitte, sondern mehrere. Sterkrade im Norden führt eigene Geschäftsstraßen und ältere Mehrfamilienhäuser, Osterfeld im Osten reiht Arbeiterhäuser, die denen in Meerbeck und Repelen verwandt sind: zweigeschossig, Backstein, schmale Treppe mit einer Wendung im ersten Lauf.
Zwischen den Stadtteilen stehen der Gasometer und das CentrO auf Boden, auf dem bis in die neunziger Jahre eine Hütte arbeitete. Rundherum sind Wohnlagen entstanden, in denen Zufahrt und Parkfläche geordnet sind. Für uns ist der Unterschied schlicht: Im neueren Quartier fährt der Wagen bis an die Tür, in Osterfeld bleibt er an der Straße und die letzten Meter werden getragen.
Darum fragen wir nach dem Stadtteil und nicht nach der Stadt. Zwischen einem Dachgeschoss in Sterkrade und einer Erdgeschosswohnung an der Neuen Mitte liegen gut zwei Stunden Arbeitszeit, obwohl beide Adressen in derselben Stadt liegen und dieselbe Entfernung auf dem Zettel steht.
Was vor dem Termin geklärt wird
Zwei Adressen heißen zweimal dieselben Fragen. Am Auszugsort kennen wir die Lage meist schon, weil wir in Moers und im Kreis Wesel täglich unterwegs sind. Am Zielort lassen wir uns beschreiben, wie die Einfahrt aussieht, ob der Wagen auf der Straße stehen darf und wie weit es von dort bis zur Haustür ist.
Gilt in der Zielstraße Anwohnerparken, klären wir vorher, wo der Wagen am Morgen stehen kann. Fällt dafür eine Gebühr einer Behörde an, geben wir sie unverändert weiter und nennen den Betrag, bevor Sie zusagen. Zugesagt wird nur, was sich auch halten lässt.
Material kommt ein paar Tage vorher ins Haus: Leihkartons für 0,40 € je Stück und Woche, Kleiderboxen für 2,05 € je Stück und Woche, dazu Decken und Gurte aus dem Wagen. Die leeren Kartons nehmen wir hinterher wieder mit. Gepackt sein sollte alles, bevor wir klingeln, sonst läuft die Uhr, während die Kisten noch gefüllt werden.