Neunundzwanzig Minuten gelten nur außerhalb der Spitze
Die A40 heißt Ruhrschnellweg und trägt den Namen an guten Tagen zu Recht. Sie führt von Moers über den Rhein und quer durch das Ruhrgebiet, ohne dass man abbiegen müsste, und 32,0 Kilometer sind darauf in 29 Minuten gefahren. Zwischen halb acht und halb zehn gilt das nicht mehr.
Für einen Umzug ist das keine Nebensache, sondern der größte einzelne Posten, auf den man selbst Einfluss hat. Eine Stunde Stillstand im Wagen kostet denselben Stundensatz wie eine Stunde Tragen, nur dass dabei nichts in die Wohnung kommt. Wer uns also fragt, warum wir um sieben vor der Tür stehen wollen: deswegen.
Am Nachmittag ist dasselbe noch einmal zu bedenken, diesmal für den Rückweg. Eine Fuhre, die um sechzehn Uhr in Essen leer wird, steht auf dem Weg nach Moers wieder in der Spitze. Darum legen wir die Entladung lieber auf den frühen Nachmittag, und wenn zwei Fuhren nötig sind, beginnt der Tag entsprechend früher.
Warum wir in Moers früh beladen
Beladen ist der Teil des Umzugs, bei dem die Straße nicht stört. Es passiert vor dem Haus, in der Siedlung, auf eigenem Boden. Wenn wir diesen Teil in die Zeit legen, in der die A40 voll ist, verschenken wir nichts; die Fahrt kommt danach, und dann ist es ruhiger geworden.
Konkret sieht der Tag so aus: Ab sieben Uhr wird gepackt in den Wagen, was gepackt werden kann, gegen neun oder halb zehn rollt er los, gegen zehn steht er in Essen. Das Ausladen fällt in die ruhigen Stunden des Vormittags, und auch das Treppenhaus am Ziel ist dann frei, weil die Nachbarn bei der Arbeit sind.
Dafür müssen die Kartons fertig sein. Wer am Morgen noch Geschirr einwickelt, verschiebt den Start nach hinten, und mit ihm die Fahrt in die Spitze. Noppenfolie für Bilder und Lampen kostet 15 € je Rolle, Decken für Möbel 1,65 € je Stück und Woche, und beides liegt lieber zwei Tage zu früh im Flur als eine Stunde zu spät.
Rüttenscheid und Holsterhausen: Gründerzeit mit hohen Etagen
Essen ist am Ziel oft Gründerzeit. In Rüttenscheid und Holsterhausen stehen Häuser mit Raumhöhen über drei Metern, und was hoch ist, hat auch lange Treppenläufe. Ein viergeschossiges Haus aus dieser Zeit hat so viele Stufen wie ein fünfgeschossiger Nachkriegsbau, und das merkt jede Kiste.
Hohe Räume bringen zudem hohe Möbel mit. Schränke von zweieinhalb Metern passen in solche Wohnungen und ins Treppenhaus oft nur zerlegt. Wir fragen deshalb nach den drei größten Stücken und nach ihrer Höhe, bevor wir eine Stundenzahl nennen, und planen den Abbau ein, wenn es knapp wird.
Im Norden und Osten, rund um das Welterbe Zollverein, ist das Bild gemischter: Zechensiedlungen neben neuem Wohnungsbau, oft mit Platz vor dem Haus. Sagen Sie uns den Stadtteil und die Hausnummer, dann wissen wir, welches der beiden Essen auf uns wartet.
Was am Ende auf der Rechnung steht
Auf dieser Strecke rechnen wir die Zeit vor Ort und auf der Straße, viertelstundengenau. Der Kofferwagen mit zwei Helfern kostet ab 69 € je Stunde, eine dritte Kraft ab 23 € je Stunde, und die lohnt sich hier häufiger als auf kürzeren Wegen: Je länger die Fahrt, desto wichtiger ist, dass der Wagen zügig leer wird.
Wer eine Zahl vorher festhalten will, nimmt die Zimmerstaffel. Eine Zweizimmerwohnung steht dort mit ab 358 €, drei Zimmer mit ab 519 €. Bei einer Entfernung von 32,0 Kilometern liegen Stundenrechnung und Staffel nah beieinander; wir sagen vor der Buchung, welcher der beiden Wege in Ihrem Fall der billigere ist.