Zwei Adressen, eine Stadt, zwei verschiedene Umzüge
Rund 37.000 Menschen wohnen in Kamp-Lintfort, und kaum eine Stadt im Kreis Wesel hat sich in so kurzer Zeit so stark verändert. Die Zeche Friedrich Heinrich war das letzte Bergwerk am linken Niederrhein und schloss 2012. Auf ihrem Gelände fand 2020 die Landesgartenschau statt, seitdem wächst dort ein Wohnquartier mit breiten Zufahrten, geraden Treppenläufen und heutigen Türmaßen.
Nicht weit davon stehen die Zeilen der Bergmannssiedlung, gebaut für die Belegschaft derselben Zeche: zwei Geschosse, Backstein, Treppen, die für Menschen gebaut wurden und nicht für Schrankwände. Wer dort auszieht und in den Neubau einzieht, hat zwei völlig verschiedene Hälften eines Umzugstags vor sich.
Für die Planung bedeutet das: Wir brauchen beide Anschriften, nicht eine. Die schwere Seite bestimmt, wie viele Kräfte kommen. Die leichte Seite bestimmt, wie schnell die Fuhre vom Fahrzeug in die Wohnung geht.
Dazu kommt ein Punkt, den man der Stadt von außen nicht ansieht: Zwischen den beiden Namensteilen Kamp und Lintfort liegt ein gutes Stück Weg. Eine Anschrift nahe dem Kloster und eine am Rand von Lintfort sind zwei verschiedene Fahrten, und auch bei einem Umzug innerhalb der Stadt rechnen wir diese Minuten mit ein.
Was sich auf dem Zechengelände geändert hat
Neu gebaute Quartiere haben einen Vorteil, den man erst beim Tragen schätzt. Die Türen sind breit genug für ein Sofa, die Treppenläufe sind gerade, und auf dem Podest lässt sich ein Esstisch drehen, ohne ihn zu kanten. Dafür liegen die Stellplätze oft in einer Tiefgarage und der Besucherparkplatz ein Stück vom Hauseingang entfernt.
Der Trageweg ist deshalb die Größe, auf die wir in diesen Straßen zuerst schauen. Zwanzig Meter mehr je Gang summieren sich bei hundert Gängen auf vier zusätzliche Kilometer zu Fuß, und die bezahlt am Ende die Uhr. Wo es möglich ist, stellen wir das Fahrzeug für die Dauer des Beladens an den Eingang und erst danach auf die Fläche, die dafür vorgesehen ist.
Ob das geht, klären wir vor dem Termin mit Ihnen und, wenn nötig, mit der Verwaltung. Wird eine Fläche behördlich freigehalten, geben wir die Gebühr unverändert weiter.
Der Kamper Berg und was eine Steigung kostet
Kloster Kamp steht mit seinem Terrassengarten auf dem Kamper Berg, und der Name ist am Niederrhein wörtlich zu nehmen: Die Straßen dort oben steigen an. Für einen Umzug zählt das an zwei Stellen. Erstens muss das Fahrzeug so stehen, dass die Ladebordwand waagerecht arbeitet; an einer Schräge wird aus einem Rollbrett ein Risiko.
Zweitens wird die Ladung anders gestapelt. Was auf einer Fahrt über eine Steigung nach vorn kippen kann, setzen wir tiefer und gurten es fest. Möbeldecken, Gurte und Rollbretter liegen dafür im Fahrzeug und kosten nichts zusätzlich.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, ob eine Glasvitrine heil ankommt. Wir sagen Ihnen vorher, welche Stücke wir lieber zerlegen als ganz tragen, und begründen es an dem Stück selbst.
Stunden rechnen oder nach Zimmerzahl
Der erste Weg ist bei uns die Stunde. Sie buchen Zeit und Hände, mindestens zwei Stunden, danach viertelstundengenau. Das passt immer dann, wenn sauber gepackt ist und die Wege überschaubar sind, also beim Umzug innerhalb des Neubauquartiers oder vom Quartier in die Nachbarstraße.
Der zweite Weg ist der Festbetrag nach Zimmerzahl: zwei Zimmer ab 358 €, drei Zimmer ab 519 €, vier Zimmer ab 679 €. Dieser Weg lohnt sich, wenn an einer der beiden Anschriften etwas den Tag verlängern kann, das sich vorher niemand genau zutraut zu beziffern. Eine enge Siedlungstreppe mit zwei Wendungen ist so ein Fall.
Welcher der beiden Wege bei Ihnen günstiger ist, rechnen wir vor dem Termin durch und nennen Ihnen das Ergebnis, auch wenn es gegen den teureren Weg spricht. Ein Kunde, der sich hinterher übervorteilt fühlt, fragt kein zweites Mal an.
Beide Wege haben dieselbe Untergrenze: Unter zwei Stunden nehmen wir keinen Auftrag an, weil sich die Fahrt dann für keine Seite rechnet. Nach oben gibt es keine Grenze, aber ab etwa acht Arbeitsstunden sprechen wir lieber über zwei Termine als über einen Tag, der kein Ende findet.
Kartons, Packdienst und der Tag vorher
Wird am Umzugstag noch gepackt, laufen Helferstunden, in denen niemand trägt. Leihkartons kosten 0,40 € je Stück und Woche und kommen ein paar Tage vorher ins Haus; die leeren holen wir wieder ab. Soll jemand mitpacken, kostet der Packdienst ab 20 € je Kraft und Stunde, und dann wird die Küche an einem Nachmittag fertig statt an einem Wochenende.
Für Kleidung lohnt die Kleiderbox, sie kostet 2,05 € je Stück und Woche. Die Sachen bleiben auf dem Bügel hängen und wandern am Zielort direkt in den Schrank. In einer Bergmannssiedlung mit kleinen Zimmern ist das mehr als Bequemlichkeit: Es spart den Stapel auf dem Bett, der sonst den halben Nachmittag dort liegt.
Was nicht mitkommt, nehmen wir auf Wunsch gleich mit und rechnen es nach Kubikmeter, ab 27 €; die Einzelheiten dazu stehen auf unserer Seite zum Räumen.