Warum Zerlegen fast immer schneller ist als Tragen
Ein Dreitürer wiegt zerlegt dasselbe wie am Stück, aber er geht durch jede Tür. In den Siedlungshäusern von Moers ist das keine Nebensache: Treppenhäuser aus den dreißiger Jahren haben Wendungen mit knapp achtzig Zentimetern lichter Breite, und daran scheitert jeder Schrank, der breiter ist.
Zerlegen und wieder aufbauen kostet bei einem Dreitürer zusammen gut eine Stunde. Der Versuch, ihn am Stück zu tragen, kostet in der Regel mehr - an Zeit, an Nerven und manchmal an Türzargen.
Was wir wie verpacken
Schrankplatten und Tischplatten kommen in Decken, Kanten zusätzlich in Kantenschutz. Glasscheiben und Spiegeltüren werden einzeln in Luftpolster gewickelt und stehend transportiert, nie liegend - liegend bricht Glas bei der ersten Bodenwelle.
Beschläge, Schrauben und Dübel kommen beutelweise an das Teil, zu dem sie gehören, mit Klebeband und Beschriftung. Das ist der Unterschied zwischen einem Aufbau in einer halben Stunde und einem Abend mit Suchen.
Eine eigene Regel gilt für Schubladen und Türen. Leichte Schubkästen bleiben im Korpus und werden mit Folie umwickelt, damit sie unterwegs nicht herausfahren; schwere kommen heraus und reisen gestapelt, sonst reißt die Führung aus. Schranktüren mit Glas oder Spiegel werden ausgehängt, wenn das ohne Werkzeugspuren möglich ist, und einzeln verpackt.
- Platten in Decken, Kanten mit Kantenschutz
- Glas und Spiegel einzeln in Luftpolster, stehend verladen
- Beschläge beutelweise am zugehörigen Teil, beschriftet
- Polster in Folie, damit nichts aufliegt
Der Aufbau in der neuen Wohnung
Am Ziel entscheidet eine Minute Absprache über eine halbe Stunde Arbeit. Wer beim Eintreffen des Wagens sagen kann, welches Stück in welches Zimmer und an welche Wand gehört, erspart allen das Herumschieben hinterher. Wir hängen dafür Zettel an die Türen und beschriften die Zimmer, bevor das erste Teil hineingeht; die Kartonbeschriftung vom Auszugsort passt dann dazu.
Dann kommt die Wand ins Spiel, und die ist in Moers unterschiedlich. Eine Backsteinwand der Zechenzeilen hält jeden Dübel, Hochlochziegel brauchen längere, und eine nachträglich eingezogene Trennwand aus Gipskarton trägt nur mit Hohlraumdübeln. Das betrifft vor allem die Kippsicherung hoher Schränke und Regale: Sie ist Vorschrift des Herstellers und in Haushalten mit Kindern keine Formsache, und sie wird nur in der Wand gehalten, in die sie passt.
Zuletzt wird ausgerichtet. Alte Dielenböden laufen gern ein paar Millimeter schräg, und ein Schrank, der schief steht, hat schleifende Türen und Fronten, die nicht auf einer Linie schließen. Mit Stellfüßen und Keilen ist das in zehn Minuten erledigt, mit nachgestellten Scharnieren in weiteren fünf. Wer diesen Schritt überspringt, merkt es jeden Tag beim Öffnen.
Was am Zielort vor dem Aufbau geklärt sein sollte
- Welches Möbelstück gehört in welches Zimmer, an welche Wand
- Welche Wände sind massiv, welche nur vorgesetzt
- Liegt der neue Bodenbelag schon, oder wird darauf noch gearbeitet
- Sind Strom und Licht in allen Räumen bereits eingeschaltet
Wo wir die Grenze ziehen
Einbauküchen bauen wir ab und wieder auf, der Anschluss von Strom, Wasser und Gas bleibt beim Fachbetrieb. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern Vorschrift - und bei Gas eine Frage der Haftung.
Ebenso bei Möbeln mit Spezialbeschlägen: Massivholzbetten mit Keilverbindungen oder alte Schränke mit gezinkten Ecken bauen wir nicht auseinander, wenn absehbar ist, dass sie das nicht überstehen. Dann wird am Stück getragen oder gar nicht - und das sagen wir vor dem Termin.