Warum Packen länger dauert, als alle denken
Eine Zweizimmerwohnung ergibt etwa fünfzig bis siebzig Umzugskartons. Wer allein packt und nebenher arbeitet, braucht dafür mehrere Abende - und packt die letzten zwanzig in der Nacht vor dem Umzug, schlecht und zu schwer.
Zwei geübte Kräfte schaffen dieselbe Wohnung in vier bis fünf Stunden. Das kostet bei ab 20 € zusammen 160 bis 200 Euro - und spart am Umzugstag mindestens eine Helferstunde, weil nicht gewartet wird.
Wie Geschirr richtig in die Kiste kommt
Teller stehen hochkant, nicht gestapelt - liegend bricht der unterste beim ersten Schlagloch. Jedes Stück bekommt Papier, Hohlräume werden ausgefüllt, und der Karton darf nicht wackeln, wenn man ihn schüttelt.
Gläser kommen in die oberste Lage, Töpfe nach unten. Ein Küchenkarton wiegt fertig zwischen zwölf und achtzehn Kilo; wer über zwanzig kommt, hat zu viel hineingetan und riskiert, dass der Boden aufgeht.
- Teller hochkant, einzeln in Papier
- Gläser oben, Töpfe unten
- Bücher in kleine Kartons, nie in große
- Kein Karton über zwanzig Kilo
Nur einen Teil packen lassen
Viele buchen uns nur für die Küche - das ist der Raum, der am längsten dauert und bei dem am meisten kaputtgeht. Zwei Kräfte brauchen dafür rund zwei Stunden.
Der zweite häufige Teilauftrag sind Bücher. Wer eine Wand voll hat, unterschätzt das Gewicht: Ein Meter Regalbrett wiegt gepackt gut dreißig Kilo. Dafür braucht es kleine Kartons, und zwar viele.
Der dritte Teilauftrag ist die Kleidung, und er ist der schnellste von allen. Mit Kleiderboxen bleibt alles auf dem Bügel: Stange heraus, Bügel hinein, Deckel zu. Ein Kleiderschrank ist so in zehn Minuten leer und am Ziel genauso schnell wieder gefüllt. Eine geliehene Kleiderbox kostet 2,05 € je Stück und Woche und ersetzt rund drei Kartons voll gefalteter Sachen, die am Ziel gebügelt werden müssten. Für Winterjacken und Mäntel lohnt sie sich doppelt, weil die am Zielort sonst als erstes gebraucht und als letztes gefunden werden.
In welcher Reihenfolge ein Haushalt gepackt wird
Gepackt wird von hinten nach vorn, zeitlich gesehen. Zuerst kommt alles in Kartons, was wochenlang entbehrlich ist: Keller, Abteil unter dem Dach, Bücher, Dekoration, Vorräte, im Sommer die Winterkleidung. Diese Kisten dürfen drei Wochen in einer Ecke stehen und nehmen dem letzten Abend den Druck. Küche und Bad kommen zum Schluss, und zwar wirklich zum Schluss: Beide werden bis zum Vortag gebraucht.
Innerhalb eines Raumes arbeiten wir von oben nach unten, also Hängeschrank vor Unterschrank, Regalbrett vor Bodenfach. Und ein Zimmer wird fertig, bevor das nächste anfängt. Wer mehrere Räume gleichzeitig angeht, hat am Abend sechs halb geleerte Zimmer und kein fertiges. Die vollen Kartons sammeln wir in einem Raum, höchstens drei übereinander, nie im Flur: Der Flur ist am Tragetag der Weg und darf nicht zum Lager werden.
Beschriftet wird auf dem Deckel und zusätzlich auf einer Seitenwand, weil ein Stapel seine Deckel verbirgt. Zuerst das Zielzimmer in großen Buchstaben, dann drei Worte Inhalt, dann eine laufende Nummer. Dieselbe Nummer notieren wir auf einer Liste, die bei Ihnen bleibt; damit ist jeder Karton auffindbar, ohne ihn zu öffnen. Fünf Kisten bekommen den Zusatz zuerst öffnen: Kaffee, Werkzeug, Bettwäsche, Handtücher, Kabel. Mit diesen fünf ist der erste Abend in der neuen Wohnung zu überstehen.
Was am Ende übrig bleibt, ist der Teil, der die meiste Zeit kostet, und zwar nicht beim Packen, sondern beim Entscheiden. In jeder Wohnung gibt es eine Ecke mit Dingen, die niemand einordnen kann: Kabel ohne Gerät, ein Karton Fotos, drei Vasen, die Reiseapotheke, der Ordner mit alten Rechnungen. Wir packen davon nichts weg, was Sie nicht gesehen haben, sondern stellen eine Kiste dafür auf und nehmen hinein, was keine klare Zuordnung hat. Die bekommt den Zusatz unsortiert, fährt mit und wird am Zielort geöffnet, wenn Ruhe dafür ist. Diese eine Kiste verhindert, dass am Packtag jedes dritte Stück zu einer Rückfrage wird. Wichtige Papiere gehören allerdings nicht hinein, sondern von Anfang an in eine eigene Mappe, die Sie selbst mitnehmen und die gar nicht in die Ladung gerät.
Die Beschriftung, die am Zielort trägt
- Zielzimmer in großen Buchstaben, auf dem Deckel und auf einer Seite
- Inhalt in drei Worten, nicht als vollständige Aufzählung
- Laufende Nummer, dieselbe Nummer auf der Liste
- Ein Pfeil nach oben, wo Glas und Geschirr darin stehen
- Fünf Kisten mit dem Zusatz zuerst öffnen für den ersten Abend
- Eine Kiste mit dem Zusatz unsortiert für alles ohne Zuordnung